Soll das alles sein?
Aus Fettes Brot Lexikon
Soll das alles sein?
Länge: 5:03 Minuten
Album: Am Wasser gebaut
Liednummer: 3
Jahr: 2005
Booklettext
(Geschrieben von B. Lauterbach, M. Vandreier, B. Warns; Fettes Brot Schallplatten / Hanseatic Mvl., Tim Waje; ed. BTX / Arabella, Sven Waje; Ed. Bei Schlüetr / EMI) Musik produziert, gespielt & arrangiert von Waje Brothers
Stimmen aufgenommen und produziert von Fettes Brot
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Liedtext
Sie weiß nicht mehr, wie lange das schon geht. Doch für sie fühlt es sich an, als wär es ewig. Sie und ihr Kind und die zwei verdammten Jobs. Zum sterben zu viel und zum leben zu wenig. Doch sie macht weiter, weil sie weitermachen muss keine Alternative. Es gibt so viel, was auf der Strecke bleibt. Ihr Glück und die Lust und vorallem die Liebe.
Nach nem harten Arbeitstag keiner da, der ihr sagt, dass er sie mag. Und der Kleine hat auf diese Art wiedermal nach seinem Vater gefragt.
Ich will, dass du endlich einsiehst und ich mein es wie ichs sage. Seit du drei bist stecken wir hier in diesem Scheißdreck, weil der Feigling uns allein lässt. Er wird nicht wiederkomm. Bitte sprich nicht mehr davon. Aber glaub mir, wir schaffen das schon.
Immer wenn die Nacht anbricht, immer wenn sie wach daliegt, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein? Immer wenn der Tag anbricht, immer wenn sie wach daliegt, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein?
Tagsüber ist sie Kellnerin, abends wird noch geputzt und gestern ist ihr im Streit mit ihrem Sohn die Hand ausgerutscht. Und es tut ihr Leid, sie weiß Bescheid, eigentlich macht sie sowas nicht. Doch sie kann den traurigen Blick nicht ertragen, wenn sie ihn mal wieder zu Oma schickt.
Sie will nur, dass es läuft für ihn. Sie will, dass er mal Chancen hat. Denn sie hat echt die Jobs so satt aus dem scheiß Annoncenblatt. Bitte entschuldige, dass ich so selten da bin, nicht helfen kann bei deinen Hausaufgaben, ich schaff es auch wieder nicht zum Elternabend und du weißt ja auch, wie wenig Geld wir haben. Ich hoffe, du weißt, wenn ich könnte, würde ich gerne mehr Zeit mit dir verbringen. Aber mehr ist im Moment leider nicht drin.
Immer wenn die Nacht anbricht, immer wenn sie wach daliegt, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein? Immer wenn der Tag anbricht, immer wenn sie wach daliegt, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein? Immer wenn die Last so drückt, dass sie daran fast erstickt, wenn sie keinen Schlaf findet, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein? Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein?
Nach einer Nacht ohne Schlaf sieht sie alles sonderbar klar. Fährt ihrem Sohn nochmal durchs Haar. Erinnert sich dann, wies ohne ihn war. Dann steht sie auf, schaut auf die Uhr, nimmt ihren Mantel vom Haken im Flur, öffnet das Schloss, geht aus der Tür wie an jedem Tag doch sie weis jetzt wofür.
Und egal was alle sagen. Es geht an ihr vorbei. Egal was sie erwarten. Es geht um uns zwei. Auch wenns nicht immer leicht ist. Dann soll das so sein. Auch wenn der Weg weit ist, ich geh nicht allein.
Immer wenn die Nacht anbricht, immer wenn sie wach daliegt, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein? Immer wenn der Tag anbricht, immer wenn sie wach daliegt, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein? Immer wenn die Last so drückt, dass sie daran fast erstickt, wenn sie keinen Schlaf findet, fragt sie sich: Soll das alles sein? Soll das alles sein? Soll das alles sein? Soll das alles sein alles sein?

